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Über die Geschichte von Sassen

Am 10. Januar 1968 beginnt die Geschichte der Lebensgemeinschaft Sassen.

An diesem Tag fährt Hanno Heckmann mit seinem alten VW mit Sommerreifen von Bad Godesberg über den zugeschneiten Vogelsberg nach Lauterbach, um dort Doris und Kurt Eisenmeier zu treffen. Bei diesem Treffen, das die ganze Nacht dauert, verspricht man sich für die nächsten sieben Jahre Treue, um mit dem Aufbau einer Dorfgemeinschaft zu beginnen. Was daraus in den vergangenen 40 Jahren geworden ist, haben sich die Gründer auch in ihren kühnsten Träumen so nicht vorgestellt.

Der 10. Januar ist ein besonderer Tag für Sassen. An eben diesem Tag, im Jahre 1691, versprach der Ziegenhainer Zimmermeister Georg Lüttenbranten dem freiherrlichen Verwalter Mercklein, "eine Scheuer nachem Saßen zu bauen". Diese Urkunde ist zugleich die erste Dokumentation des Namens "Sassen".

Die Scheune ist das heutige Christian-Morgenstern-Haus, welches den Besucher, wenn er von Queck aus nach Sassen kommt, von weitem grüßt.

900 Jahre zuvor ist Bonifatius mit seinen Anhängern durch diese Landschaft gezogen, um die Bewohner zu christianisieren. Ausgrabungen südöstlich von Sassen, bei denen Tonscherben und Schmucknadeln gefunden wurden, haben gezeigt, dass schon vor über 3.500 Jahren Menschen hier gesiedelt haben.

Seit 1854 betrieben die Schlitzer Grafen das Hofgut Sassen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Landwirtschaft aufgegeben, da sie nicht mehr rentabel war.

1968 haben die Menschen der Lebensgemeinschaft begonnen, den Ort wieder mit Leben zu füllt.

Zuerst ging es darum, die vorhandene marode Bausubstanz des alten Hofgutes mit seinen Anlagen wieder aufzubauen. Im alten Gutshaus und in der ehemaligen Scheune entstand Wohnraum und eine kleine Werkstatt, der Rinderstall wurde zum Festsaal umgebaut und in die Gesindestuben zog die Verwaltung ein.

Es wurde viel improvisiert und tüchtige Helfer von nah und fern sorgten mit für einen zügigen Aufbau der Gemeinschaft. Neue Landwirtschaftsgebäude und ein Therapiehaus entstanden, weitere Wohnhäuser kamen dazu, Werkstattgebäude wurden errichtet. Ein richtiges Dorf entstand. Zuletzt wurde Wohnraum für Menschen geschaffen, die aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind und in Sassen, in der ihnen vertrauten Umgebung, ihren Ruhestand erleben möchten.

Zu den Nachbarn in den umliegenden Dörfern hat sich ein gutes Verhältnis entwickelt. Gerne nehmen sie an den kulturellen Angeboten teil, viele arbeiten hier.

Ob jemals in der Geschichte Sassens so viele Menschen glücklich und zufrieden an diesem Ort gelebt und gearbeitet haben? Wir wissen es nicht, ........     hsb


Hier noch ein interessanter Link aus dem Archiv des "Schlitzer Boten" über die Geschichte von Sassen vor 1968:

archiv.schlitzerbote.de/sblokales.nsf/6095d2e43d693e794125671100543f07/fcf739fff8c634adc1256c48005d8117